Nach der langen Sylvesternacht sind wir erst im März zum
Elfenfolk-Festival in Augsburg wieder unterwegs gewesen, welches wir
gleich mit einer Übernachtung beim Strahl Wolle in Markt Schwaben
verbanden, wo wir seine Fischzucht besichtigen konnten. Damit wir mal
wissen, woher all die leckeren Fische kommen, die er uns immer mitbringt.
Anfang April war dann wieder die Zeit heran für's Ragnarök-Festival in
Lichtenfels mit viel brachialer Musik, trunkigen Menschen, Met, Wodka &
Trockenfisch.
Anfang Mai begann die Marktsaison mit Cottbus und da war auch Carola's
Einstand in die Mittelaltermärkte. Gleich beim Aufbau machte ein kleiner
Orkan Carola mit den Unbillen des Marktlebens vertraut. Zum Glück hatte
sie gleich um die Ecke ihre Verwandten wohnen und so warteten wir lieber
den nächsten Tag ab, der uns mit bestem Wetter begrüßte. Zu
Himmelfahrt ging es für 4 Tage nach Berlin-Mariendorf, wo in einem
großen Park großer Volks-Bums mit Mittelaltermarkt war. Wir machten das
Beste draus, was uns nicht schwer fiel, da gleich neben uns eine riesige
Russen-Taverne bereits morgens um 9 zum Frühstück Wodka servierte und
russische Musik spielte. |

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Anfang Juni getraute ich mich zusammen mit Aniko & Micha mal wieder nach
Neustadt-Glewe. Die Fahrt dahin sollte die letzte für unser
Mittgard-Auto sein. Aniko meinte noch "Oh, heute fährt er aber
geschmeidig" - ja, das geschmeidige Fahren kam von dem vielen Öl, was
der Motor verlor. Das ganze Auto war schwarz davon: Motorblock gerissen.
Ich war den Tränen nahe. Nachdem wir mit Mühe & Not während eines
Wolkenbruches unser gesamtes Marktgepäck samt Zelte in den nagelneuen
Leihwagen gestopft hatten - nur meine zu lange Fahnenstange mußte ich
zurücklassen - fuhren wir weiter zum Markt. Dort fuhr ich den besten
Umsatz meiner gesamten Marktlaufbahn. Das hatten wir auch dringend
nötig, schließlich mußten wir innerhalb kürzester Zeit ein neues Auto
besorgen. Die Wahl fiel auf einen KIA Carnival, der aber noch fertig
gebaut werden mußte und so am nächsten Wochenende für Plattenburg noch
nicht zur Verfügung stand. Und so mußte Rico uns alle mit seinem Auto
und öfterem Hinundherfahren der Reihe nach Hochbringen. Rückzu
verteilten wir uns und unsere Sachen alle auf mehrere Fahrzeuge. Der
nächste Markt, das Sonnenwendfestival auf der Insel Berlin klappte da
zum Glück besser - wir hatten am selben Tag das Auto vom Autohaus geholt
und nach ersten Startschwierigkeiten fuhr ich mit Carola nach Berlin in
sintflutartigem Regen. Ich habe noch nie zuvor Straßen gesehen, die
gesperrt waren, weil Gullydeckel durch die herausschießenden
Wassermassen einen halben Meter über dem Boden schwebten! Zwar bekam
mein Zelt an diesem Wochenende nach 8 Jahren endlich ein wasserdichtes
Zeltdach, doch hatte ich Bedenken, daß nun vielleicht die Spree ansteigt
und mein Zelt so von der Insel trägt. Doch der Fluß blieb in seinem Bett
und das Zeltdach war dicht. Nur wir feierten fast jede Nacht durch, da
gleich neben uns die Disco die Nacht durch bis morgens um 5 ging. Thomas
hatte kein so dichtes Zeltdach und war derweil gleich am ersten Tag beim
Hörnerfest in Hamburg gnadenlos abgesoffen und hatte wieder den
Nachhauseweg angetreten. |
Im September fuhr dann Thomas und die ganze ConQuestatorenpackage auf
eines Ihrer berüchtigten Bjelawa-Larps.
Dort haben wir dann unter anderem mit kiloweise eingesetzten Mehl und den darausfolgenden
Mehlstaubverpuffungen Artillerieeinschläge von den Katapulten der angreifenden
Orks simuliert. Auch sehr schick war das Heilungsritual der Spieler
um eine eingefangene Lykanthropie wieder loszuwerden; in deren Ablauf die
werte Spielerschaft unter anderem um den Ritualstein tanzen mussten und lautstark das
orkische Mantra intonierten: "Wir sind die Wölfe - wir sind die Orks!".
Sehr amüsant, vor allem da die meisten betroffenen Spieler ehrbare und eher
"gut" eingestellte Charaktere waren, wie Elfen, Paladine oder Waldläufer... |
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Als nächstes erwartete uns das wohl albernste Lager, das Ines & Micha je
besucht haben: Burg Herzberg. Wir hatten uns über Robin von der
Freystatt Berlin mit meinem Zelt ins Lager gemogelt und durften 3 Tage
Lagerkoller vom Feinsten erleben. Gleich zu Beginn ahnten wir es als uns
Furio mit den Worten "Welfengasse hochzu, rechts bei Kommune Freystatt
klingeln" den Weg wies. Ja, wir sollten klingeln! Und da gab es auch
Türen im Lagerzaun und unsere Nachbarn hatten Briefkästen, die wir
ständig fleißig mit Spam-Mails und gemalten Trojanern fütterten, bis
diese mit einer Firewall um ihren Briefkasten in Form der Feuerschale
und allen bis an die Zähne bewaffneten Rittern konterten. Am nächsten
Tag bekamen wir t-online (an einem Seil war ein Teebeutel festgeknotet)
und wurden ans Lagertelefon angeschlossen, wofür eine ernst
dreinblickende Dame mit Aktenköfferchen überall in unserem Lager von
Zelt zu Zelt Strippen spannte. Der Höhepunkt der Albernheit bildete der
Sonntag als Robin bei den ersten herausschauenden Sonnenstrahlen das
Mallorca-Reenactement ausrief. Dafür legte er sich mit Oli in den
abartigsten Badehosen, die ich je gesehen hab, angetan mit Strohhut &
Sonnenbrille und Michas Goldkettchen auf bunten Badetüchern um einen
großen Plastikeimer voll Sangria mit langen Strohhalmen und
Papierschirmchen. Irgendwer kam noch mit einem Recorder mit Jürgen Drews
vorbei und unser Lager war der Brüller des Marktes. |
Nach diesem Markt fällt einen zu den anderen Märkten gleich gar nichts
mehr ein... wir waren noch in Hohnstein und Neustrelitz wieder, Burg
Stargard probierte ich mit Micha aus, auch im Museumsdorf hatten wir
unseren Markt und dann war ich mit Carola noch in Runneburg. Das war
auch ein chaotischer Markt. Als wir nämlich da ankamen, mußte ich
feststellen, daß ich Schussel meine komplette Zeltplane & die Tische zu
Hause liegen gelassen hatte. Also sind wir wieder zurückgefahren die
Sachen holen, was ganz gut war. Denn so hatten wir den Wolkenbruch mit
Blitz & Donner komplett verfahren, während alle anderen auf dem Markt
gnadenlos abgesoffen waren. Die Sonne kam gerade wieder heraus als wir
weiter aufbauen wollten, wobei ich wiederum bemerkte, daß ich eine
Zeltstange vergessen hatte. Die Frage "Können wir nochmal zurückfahren?"
wurde zum Running-Gag des Marktes. Dank der Elfe und Holly von Heimdalls
Erben bekam ich schnell eine neue Stange gebaut, die stabiler und
schöner war als meine alte - Danke!
Und weil's so schön war, überredeten sie uns noch Anfang September zum
Markt von Heimdalls Erben nach Biebesheim zu kommen. Ein weiter Weg, der
sich aber voll gelohnt hatte und wir werden wiederkommen.
Nach dem verregneten Sommer genossen wir nochmal schönstes Herbstwetter
auf der Wasserburg Heldrungen. Ein wunderschöner Markt & Lager bei
wunderschönem Wetter (ich hatte Sonnenbrand!)und mit vielen lieben
Leuten, aber kaum Touris? Wo waren die? Wirklich schade... |
Anfang November waren wir dann alle beim Ultima-Ratio in Oberhausen.
Wieder Pagan-Metal vom Feinsten, leider hatten wir am nächsten Tag
Vereinsversammlung und in Anbetracht des weiten Weges mußten wir schon
viel zu früh wieder nach Hause fahren. Gerade als Chrigel von Eluveitie
uns zum Umtrunk holen wollte, wirklich ärgerlich... |
Und weil ich ja nun ein wasserdichtes Zelt hatte, bestritten wir unseren
letzten Markt Mitte November auf der Trabrennbahn Berlin-Karlshorst. Mit
Wasser von oben war da allerdings nicht viel, denn es wurde ein
Winterlager. Erst Sturmwarnung, dann Hagelschauer und Sonntag früh
standen wir alle knöchelhoch im Schnee und dick bepelzte Wikinger
standen gemeinsam mit ihren gebauten Schneemännern ums wärmende
Lagerfeuer. So spät im Jahr sollte man eben doch keine Märkte mehr
fahren, das lohnt einfach nicht auch wenn's spaßig ist.
Anfang Dezember hatte ich meinen ersten Stand zum Adventsbasar in der
Chemnitzer Waldorfschule. Nun, wo Kilian hier in die Schule geht, hat
man ja sozusagen den "Fuß drin". Wie jedes Jahr war es gemütlich und
familiär und zusätzlich hatten wir viele interessante religiöse
Gespräche. Thomas fuhr wieder zusammen mit Micha & Carola zum Weißwasser
Weihnachts-Märchenmarkt und ich & Aniko machten einen Stand zum
Korpiklaani-Konzert in Annaberg. |
Sylvester feierten Ines, Micha, Andrea, Robert & Brandon wieder im Leipziger Hellraiser.
Diesmal spielten Rome, Nebelung & Camerata Mediolanense auf und während
alle draußen ihre Raketen und Böller losließen, weißsagten sie Ihre
Zukunft mit Carola's Gummibärchen-Orakel. Derweilen feierten Thomas, Rico,
Anett & Anatoli im Vampire-Club in Chemnitz. Und nachdem die Versuche mit den 5kg
Magnesium nicht ganz den erhofften Effekt hatte, beschäftigten wir uns mit
dem Plündern des reichhaltigen Buffets...
Und nun geht's ab in die nächsten 10 Jahre! |
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