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Ysop

Im mosaischen Kultus wurde er als Spreng- und Weihebüschel benutzt. "Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein sei." Israeliten mußten einst mit dem Blut der Lämmer die Türpfosten und Oberschwelle ihrer Häuser anstreichen und machten dies mit einem Büschel Ysop, weil er das Gerinnen des Blutes verhinderte. Im Christentum wurde er zum Symbol der Reinheit und fand als "Kirchenseppli" Verwendung als Weihwassersprengel. Im Mittelalter war er ein Schutz gegen die Faszination. In Nordafrika räucherte man mit Ysop gegen Unglück und den bösen Blick. Seine magische Wirkung gegen schlechte Luft entfaltet er heute im Potpourri.
Der Ysop kam aus Südosteuropa zu uns wurde seit dem Mittelalter dank Karl dem Großen in allen Klostergärten bei uns angebaut. Wo man ihn heute in Gärten zieht, wird der Ysop dank seiner krampflösenden und harntreibenden Wirkung, als Tee bei Husten, Durchfall und Blähungen gebraucht. Dafür nimmt man 2 TL der Droge auf ¼l kaltes Wasser, kocht das Ganze auf, läßt es 5 min ziehen und seiht ab. 2 Tassen Tee täglich ist die richtige Dosierung.
Im Kochtopf eröffnet der Ysop neue Geschmackshorizonte. Er riecht und schmeckt aromatisch und beeinflußt günstig die Verdauung. Besonders zu empfehlen ist er für zarte Kalbsbraten, dem es oft an der würzigen Herbheit fehlt. Hildegard von Bingen empfahl bei Lungen- und Leberleiden helle Fischgerichte mit Ysop zubereitet, zu essen. Und im Mittelalter war er ein wichtiges Brotgewürz. Probiert's aus!