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Das Sonnenwendskraut

wurde in christlicher Zeit Johanniskraut genannt, weil man annahm, daß es durch das Blut Johannis des Täufers entstanden sei, da sich die Finger rot färben, wenn man es zerreibt. Dieses "Blut" besteht aus ätherischem Öl und dem Harz Hypericin. Wenn man die Pflanze gegen die Sonne hält, sieht man überall die roten Punkte, die Sekretbehälter, die diese Flüssigkeit enthalten. Daher wird es auch Tüpfelhartheu genannt. Und auch davon erzählt eine Sage, daß ein hübsches junges Mädchen sich nur so vor dem liebeshungrigen Teufel retten konnte, indem sie sich auf einen Büschel Sonnenwendskraut setzte. Vor lauter Wut durchlöcherte der Teufel daraufhin die Pflanze mit vielen kleinen Nadelstichen. Wie ihr Name schon sagt, wird das Johanniskraut zur Sonnenwende gesammelt und ist daher dem Gotte Baldur heilig. Es schützt vor allen schädlichen Strahlen, üblen Geistwesen und vielerlei Zauberei. Als Amulett um den Hals getragen, befähigt es einen, Schätze zu finden. Und auch in der Liebeskräuterküche war es ein Mittel, um Liebe zu erwecken. Außerdem schützt die Pflanze vor Gewitter und Hagel, indem man sie mit dem Spruch "Hartenau und Dill macht’s Gewitter still!" ins Herdfeuer warf. Johanniskraut und das damit gewonnene Öl darf in keinem Haus fehlen. Es ist eines der besten Wundheilmittel, wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend, vor allem bei Brandwunden. Für das Öl werden die bei strahlendem Sonnenschein gesammelten Blüten in eine Flasche gefüllt und mit Öl übergossen. Die Flasche wird mehrere Wochen in der Sonne stehengelassen und wenn sich das Öl schön rot gefärbt hat, abgeseiht. Setzt man die Blüten in Terpentinöl an, erhält man ein gutes Einreibungsmittel zur Linderung rheumatischer Beschwerden und Muskelzerrungen. Benutzt man kaltgepreßtes Olivenöl wirkt sich der reichhaltige Vitamingehalt günstig auf die Hautstruktur aus und selbst rauhe und unreine Gesichtshaut wird wieder frisch und glatt, Haut- und Drüsenschwellungen klingen ab und selbst geplatzte Äderchen ziehen sich zusammen und verschwinden. Nimmt man aber Leinöl gewinnt man ein gutes Mittel gegen Sonnenbrand, allerdings sollte man bei jeder Öl- oder Teekur mit Johanniskraut beachten, daß es lichtempfindlich macht. Man sollte also die pralle Sonne vermeiden, will man nicht von Sommersprossen oder Leberflecken übersät sein. Man könnte annehmen Johanniskraut ersetze die Sonne, so zeigt es auch große Wirkung im Kampf gegen die Winterdepressionen und gegen die vegetative Dystonie, welche schnell entstehen, wenn einem die Sonne oder der Lichtstrahl am Ende des Tunnels fehlt. Dafür kocht man sich einen Tee aus 2 TL Droge und ¼ Liter kochendem Wasser. Trinkt man über 4-6 Wochen 2-3 mal täglich eine Tasse spürt man deutlich eine Aufhellung der Stimmungslage. Auch hilft der Tee bei Kindern gegen das Bettnässen. Schon die alten Germanen legten ihren Kindern Hartheu unters Bettuch und wuschen sie mit dem Absud des Sonnenwendskrautes.