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Storchschnabel

Der Namen dieses Krauts Gottsgenad / Darmit es sonderlich bey dem gemeinen Mann bekannt / Gibt genugsame Anzeigung / Daß es solchen von wegen seiner vielfaltigen Krafft / Würkung und Tugend halben / Damit es von Gott dem Allmächtigen begabet ist / Empfangen hat / Wiewol es sehr wenig von den Aertzten unserer Zeit innerlich im Leibe gebraucht ist worden / Als die seine Würkung und Eigenschafft nicht gewüßt / Und ihnen dieselbigen unbekannt gewesen sind / Sintemal in ihren Schrifften / Die innerlichen Würkungen dieses heilsamen Gewächs sie garnicht mit dem geringsten gedacht haben.
Aber es haben die Bauersleuth uns erstlich müssen anzeigen / Daß es auch wol und ohne Gefahr nützlich im Leibe möge gebraucht werden / Ohnangesehen / Daß es biß daher allein zu vielen äusserlichen Schäden gebraucht worden ist. / Dann dieses Kraut / Wie die tägliche Erfahrung bezeuget / Dem Rindvieh ein fast nützlich Kraut ist / Vornehmlich aber wann demselben der Harn verstanden ist / Gibt man ihme das Ruprechtskraut / Zu Pulver gestossen mit Wein zertrieben / Und geusset es ihm warm ein...
Daher ist es auch von fleißigen Haußvättern diesem nachgedacht worden / Daß man dieses Kraut auch in die Wiesen gepflantzet / Davon dann das Heu eine solche Krafft bekommen soll / Daß es dem Rindvieh viel gutes thun / Und es von dem Nierenstein erledigen / So der vorhanden / Und auch darvon bewahren soll.