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Labkraut

Schon die Germanen legten das der Freyja geweihte, duftende Kraut den schwangeren Frauen ins Bett. Daraus wurde dann später das "Bettstroh unserer lieben Frauen". Später soll die Mutter Gottes das Jesuskind darauf gebettet haben und es wurde zum Marienbettstroh.
Wirft man am Johannistag einen Kranz aus Labkraut auf das Hausdach und er bleibt oben, ist die Gesundheit gesichert, fällt er herunter, ist der Tod nahezu unabwendbar.
Vorsicht war jedoch geboten, wenn man es in einer Stube, wo gezecht wurde, auf den Ofen legte. Die Zecher gerieten in Streit, sobald das Kraut warm wurde...

aus "Zauberkräuter" von der Staudengärtnerei Dieter Gaissmayer

Ein Trank aus Labkraut heilt die Nachwehen der Frau. Um Kleinkinder vor Zauberei zu schützen, wird ihnen Labkraut in die Wiege gelegt. Gegen Abmagerung werden die Kinder in einem Absud von Labkraut gebadet, während ihnen bei Fallsucht und Krampfanfällen der ausgepreßte Saft der Pflanze gegeben wird. Milchgefäße werden mit dem Absud ausgekocht, damit die Milch nicht verhext werden kann. Wenn jemand an Fieber erkrankt ist, so soll ein Büschel Labkraut an das Kpfende des Bettes gehängt werden. Der Kranke sagt dann beim Niederlegen:

"Heil sei dir du heilig Kraut,
hilf uns zum Gesunden,
auf dem Heilberg wurdest du
allererst gefunden.
Du bist gut für manches Weh,
heilest manche Wunden.
Bei der Frowa heil'gem Strauß
lasse uns gesunden."

aus GGG "Heilen mit Kräutern"