zurück zur Kiste

Baldur's Braue

So wird die Kamille schon im Gylfaginning der jüngeren Edda genannt, da ihre Blüten so licht wie die Augenbrauen des Sonnengottes Baldur sind - oder umgekehrt? So ist ihre Kraft auch zur Zeit der Sommersonnenwende am Größten, wo sie noch vor Sonnenaufgang gesammelt wird. Zur Erntezeit wird die Kamille gemeinsam mit Sonnwendkraut (Johanniskraut) in die erste Korngarbe gesteckt, um das Ungeziefer fernzuhalten. In der Volksmedizin gilt die Kamille allgemein als Universalheilmittel. Tatsache ist, daß sie entzündungswidrige, krampflösende, beruhigende und schweißtreibende Wirkung hat, und so vielseitig eingesetzt werden kann. Am bekanntesten ist wohl ihre Anwendung bei Magenbeschwerden, wo sie sehr schnell Linderung verschafft. Begründen sich die Magenprobleme an einem Galleleiden mischt man mit Pfefferminze, sind die Beschwerden nervöser Art - mit Melisse. Auch bei Infektionskrankheiten aller Art versteht es die Kamille Bakteriengifte unschädlich zu machen, und die Patienten erholen sich schnell. Schon im Mittelalter nutzten die Männer die entzündungswidrige Kamille als Wundumschlag, wenn sie nach der Schlacht Verletzungen hatten. Und den Frauen war sie wichtig zur Linderung von Menstruationsbeschwerden und der damit einhergehenden Reizbarkeit & bei Pilzinfektionen der Scheide als Spülung. Außerdem nutzt man sie zum Gurgeln bei Zahnfleisch - & Schleimhautentzündungen.