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Holunder

Der Holunder ist der heilige Strauch der Göttin Holle, einem Aspekt der Erdgöttin Frigg. Er gilt als Lebens- und Sippenbaum und neben jedem Haus, das gebaut wurde, wurde er gepflanzt, denn in ihm wohnt der gute Geist und Beschützer des Hauses, der Sippen- und Vegetationsgeist Frau Ehlhorn. Die Germanen brachten zu seinen Füßen das Disenopfer aus Brot, Milch und Bier dar. Der Holunder ist der wichtigste Heilstrauch, da fast alles an ihm von Nutzen ist. Jetzt im Mai werden seine schweißtreibenden und harnfördernden Blüten gesammelt. Der Schwitztee wird bei fieberhaften Erkältungskrankheiten getrunken, in dem man 2 TL Blüten mit ¼l kochendem Wasser überbrüht und nach 10 min abseiht. Außerdem kann ich für den heißen Sommer aus den Blüten bereiteten Hollersekt nur empfehlen. Dazu gibt man 20 große Blütendolden, 1¼kg Honig, ¼l Weinessig und 3 ungespritzte in Scheiben geschnittene Zitronen in 15l Wasser. Das Ganze läßt man einige Tage in der Sonne stehen. Etwa nach dem 4. Tag hat das Getränk stark gegärt. Keinen Schreck kriegen, wenn es eklig aussieht; einfach die oberste Schicht abschöpfen, abseihen (nicht mit Metall in Berührung kommen!) und in Flaschen füllen. Nun noch 6 Wochen die Flaschen stehend im Keller lagern und ab und zu den Druck rauslassen. Das gibt einen herrlich erfrischenden prickelnden Sekt; und wenn's doch schief geht, kann man den so entstandenen Holleressig immer noch für den Salat benutzen. Was es auch Wert ist einmal auszuprobieren, wären die Hollerküchle. Dafür mischt man ½ Tasse Milch, 2 Tassen Mehl, 3 EL Honig, 1 Prise Safran, 1 Prise Zimt, 2 Eier und 1 Schuß Bier zu einem Teig, in den man etwa 15 Holunderblütendolden eintauchen und in heißem Fett ausbacken kann.
Auch Blätter und Rinde finden laut Albertus Magnus in der Volksheilkunde Verwendung. So wird behauptet, daß man ein gutes Abführmittel erhält, wenn man die Rinde von oben nach unten abschabt. Jedoch gewinnt man ein Brechmittel, wenn man sie von unten nach oben abschabt. Diesen Tee bereitet man zu, in dem man 2 TL Droge mit ¼l kaltem Wasser aufkochen läßt und sofort abseiht. Von August bis September sammelt man die schwarzblauen Beeren, aus deren Saft man im Winter eine gesunde, die Abwehrkräfte steigernde Suppe machen kann. Die Beeren werden im Dampfentsafter entsaftet oder mit etwas Wasser weichgekocht und durch ein Tuch passiert. Der ungesüßte Saft muß im Einmachtopf bei 80°C 20min lang sterilisiert werden. Für eine Holundersuppe gibt man auf ¼l Saft ebenso viel Wasser, kocht das Ganze mit etwas Zitronenschale auf und dickt mit 1 TL Maisan an. Die Suppe wird mit 2 EL Zucker, Zitronensaft und 1 Prise Salz abgeschmeckt. Einige Löffel Milch machen die Suppe voller und lieblicher. Dazu kann man gedünstete Äpfel und Pflaumen reichen und geröstete Brotwürfel oder Zwieback hineinstreuen.