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Der Holzappel |
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wie die wilde Art unseres Apfelbaumes heißt, ist der Göttin Idun heilig. Sie besitzt ein Kästchen mit den Äpfeln der
Jugend, von denen die Götter jeden Tag essen und so jung und stark bleiben. Auch der Frau Holle werden Äpfel
geopfert, es ist ein Apfelbaum, der in ihrem Reiche Hel steht, wie jeder im Märchen der Frau Holle nachlesen kann;
"Ach schüttle mich, schüttle mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif!". Und dafür wird die Goldmarie königlich belohnt.
In jeder Kultur gibt es Märchen um die Lebensäpfel, wo der Held große Abenteuer bestehen muß, um sie zu
bekommen. Oft sind es verschlüsselte Einweihungsrituale um den alten Kult der Göttin. Sie erkennt man im keltischen
Avalon, die mittelalterliche Bezeichnung für Äpfel: Affalter. Und auch bei uns gibt es noch viele Orte mit demselben
Namen, wo die alten Germanen ihre Holzapfelalleen angelegt hatten, bis die Römer sie mit den kultivierten süßen
Äpfeln bekannt machten, der heute in tausenden Sorten in unseren Gärten steht. Doch den alten Holzapfel finden wir
noch heute an Wald- und Wegrändern, wo er im Frühjahr mit seinen rosa Blüten steht, die sich im Oktober/November
zu 3-5 cm kleinen sauren Holzäpfeln entwickeln. Je nach Zubereitung wirken die Äpfel verdauungsfördernd, stopfend,
anregend, beruhigend, harntreibend, appetitanregend und fiebersenkend. Bei starken Durchfällen sollte man 1-3 Tage
lang morgens, mittags und abends 2-4 zerriebene Äpfel frisch essen. Dabei sollte Schale wie auch Kernhaus
mitgegessen werden. Außer Kräutertees sollte der Kranke sonst nichts anderes zu sich nehmen. Anregend auf die
Darmtätigkeit wirken Bratäpfel, wozu man die Äpfel aushöhlt und mit einem Stück Butter füllt und im Backofen brät. Als
harntreibendes Diätmittel bei Rheuma, Gicht, Blasen- und Nierenkrankheiten ist der Apfelsaft beliebt. Anregend auf
Blase und Niere und gleichzeitig beruhigend wirkt ein Apfelschalentee, wofür 2 TL Schalen mit ¼ l kochendem Wasser
übergossen werden; gut ziehen lassen und mit Honig süßen. Auch wirkt dieser Tee fiebersenkend, mehr jedoch
gedörrte Apfelscheiben. Dafür schneidet man einen geschälten Apfel in Scheiben und läßt ihn 10 Stundenlang im
Backofen bei 50°C trocknen. Und hier noch Leckereien aus der mittelalterlichen Apfelküche:
Apfel – Hirse – Auflauf
100 g Hirse werden mit ½ l kalter Milch und etwas Salz zum Kochen gebracht und quellen gelassen. Man schlägt 2
Eier mit etwas Zitronensaft und 30 g Zucker schaumig, gibt sie unter die Hirse, wobei man gegebenenfalls etwas
gehackte Nüsse hinzufügt , gibt alles schichtweise mit in Stücke geschnittenen Äpfeln in eine gefüllte Auflaufform und
bäckt 1 Stunde lang bei mittlerer Hitze.
Apfelkraut
Bei den rheinischen Germanen war diese Spezialität sehr beliebt, unter der man den ohne Zusatz von Zucker
eingedickten Saft von Äpfeln versteht. Um eine große Verdunstungsfläche zu erhalten, wurden breite flache Gefäße
benutzt. Unreife Falläpfel werden in Stücke geschnitten, gerade mit Wasser bedeckt und unter Rühren gedünstet. Diese
Masse passiert man durch ein Tuch in die flachen Gefäße, wo sie unter ständigem Rühren langsam eindickt. Waren die
Äpfel nicht süß, gibt man dem Saft noch Birnensaft zu und kocht bis zur Geleeprobe, was mehrere Stunden dauert.
Dann laßt es Euch schmecken.