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Frauenmantel

Hat seinen Namen von seiner Ähnlichkeit mit den weiten Mänteln der Frauen der damaligen Zeit. Er ist das Schutzkraut der Frauen und hilft bei all ihren Leiden und wird so auch der Jungfrau Maria zugeordnet. In einem alten Kräutergebet heißt es: "Die Wurzel und Kräuter bete ich mit meinem kostbaren Gebet an, die da auf diesem Orte beschaffen sind, zu doktoren und zu heilen. Sinnau, Sinnau du heiliger Sinnau, das sind die Sinnauwurzeln, unsrer lieben Frau ihr Mantelkraut, die Wurzel ist die Wurzel über alle Kräuterwurzeln, ein Kräutlein über alle Kräutlein." Die Alchimisten des Mittelalters sammelten den zwischen den gefalteten Blättern befindlichen "Tau", um aus ihm Gold zu gewinnen. Heute wissen wir, daß es die Gutationstropfen der Pflanzen sind, die durch ihr Erscheinen kommenden Regen künden. Von den Frauen wurde dieser Tau auch gesammelt zum Waschen des Gesichts fr eine schöne haut und gegen Sommersprossen. Als Tee getrunken, zu gleichen Teilen mit Stiefmütterchen vermischt, verspricht aber mehr Wirkung. Dieser Tee ist gleichfalls sinnvoll zur Blutreinigungskur. Seine wichtigste Bedeutung hat der Frauenmantel aber als Frauentee. Man nimmt ihn zu Spülungen der Scheide bei jungen Mädchen mit konstitutionell bedingten Ausfluß, innerlich gebraucht man ihn bei starken Monatsblutungen, und er hilft der Frau durch die schwere Zeit der Wechseljahre. Außerdem stärkt er die Mutterbänder schwangerer Frauen für eine leichtere Geburt und fördert die Milchbildung. Schon im Mittelalter schreibt Schroeder: "Wenn eine Frau, die weiche Brüste hat, in die Badstube geht und im Ausgang ein mit Sinnau genetztes Tüchlein überlegt, bekommt sie straffe Brüste." Und Tabernaemontanus rät: Dieses Kraut in Regenwasser, oder aber Leschwasser, darin die Schmied das glühende Eisen ablöschen, gesotten und mit demselbigen Wasser die heimlichen Örter der Weiber gewaschen, dringet es dieselbigen zusammen als wenn sie Jungfrauen werend."