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Beifuss

ist der Beifuß, der der Erdgöttin Frigga in den Brunnen geopfert wurde. Er spielt auch eine wichtige Rolle im Mittsommerkult, wo er zu einem Gürtel geflochten wurde, um damit um das Sonnenwendsfeuer zu tanzen. Anschließend wurde dieser Gürtel im Feuer verbrannt – das sollte das ganze Jahr vor Krankheit schützen. Die Pflanze schützt vor dem bösen Blick, vor Zauber, Seuchen und Blitzschlag und verhindert das Verhexen von Milch und Eiern. Mit dem Saft des Beifußes reibt man sich ein, um Kraft und Stärke zu erhalten; und der Wanderer band sich ein Beifußsträuschen ans Bein, um nicht müde zu werden. Im Lateinischen heißt der Beifuß Artemisia, nach der griechischen Schützerin der Gebärenden. Und auch bei den Germanen wurde der Frau ein Beifußkranz auf den Nabel gelegt, um das Gebären zu erleichtern; auch wirkt die Pflanze menstruationsfördernd. Unsere Vorfahren verwendeten den Beifuß noch als Würzkraut beim Bierbrauen, da durch die rote Farbe des ätherischen Öles ein rotes Bockbier mit stark berauschenden und aphrodisischen Eigenschaften entstand. Als Tee getrunken gilt der Beifuß als fäulniswidrig und reinigend und wird bei Mundgeruch und stinkenden Durchfall getrunken. Auch bei Hämorrhoiden, Stein- und Blasenleiden, Galle- und Leberleiden und bei Nervenkrankheiten, allgemeiner Schwäche mit Kopfweh und Übelkeit gibt man Beifuß. Für den Tee wird 1 TL Kraut mit ¼ l kochendem Wasser übergossen, 2 min stehen gelassen und dann abgeseiht. Durch die vielen Bitterstoffe, denen die Wirkung zu verdanken ist, schmeckt der Tee immer bitter, ganz egal wie sehr man ihn süßt. Durch Überdosierung sind keine Nebenwirkungen zu befürchten, allerdings sollte er von Schwangeren nicht getrunken werden. Auch kann man eine gute Tinktur bereiten zum Einreiben bei Rheumatismus, Verrenkungen und Quetschungen. Dazu nimmt man 60 g Beifußkraut, je 10 g Kalmus- und Enzianwurzel, 20 g Zitronenschalen und 6 g Zimtrinde, setzt das Ganze mit 1¼ l Branntwein an und läßt es eine Zeitlang unter öfterem Schütteln in der Wärme stehen. Allgemein bekannt ist der Beifuß als Würzmittel in der Küche. Dank seiner anregenden Wirkung auf die Saftproduktion in Magen und Darm und der Erhöhung der Gallenproduktivität wird er besonders zu fetten Speisen, wie Enten- oder Gänsebraten gereicht. Für Schmalzbrote, Käse und Eierspeisen hier eine Gewürzmischung, die besonders für Menschen geeignet ist, die sich salzarm ernähren müssen: 5 g Beifuß, 3 g Basilikum, 2 g Thymiaen 2 g Rosmarin.