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Akelei
oder
Unserer lieben Frauen Handschuh

Ist ein, in bergigen Wäldern und auf feuchten Wiesen Süd- und Mitteldeutschlands inzwischen recht selten anzutreffendes Hahnenfußgewächs. Sie gehört zu den Schönsten ihrer Familie und wurde bereits 1526 von Albrecht Dürer farbig auf Papier festgehalten. Die Aglaie, wie man sie damals nannte, ist eine 40 - 60 cm hohe Pflanze mit doppelt dreiteiligen Grundblättern. Am Ende der dünnen aufrechten Blütenstengel sitzen die zierlich und regelmäßig gebauten, langstieligen, violettblauen, trichterförmigen Blüten, die nach hinten in einen hakig gekrümmten Sporn ausgezogen sind. Als Frucht bemerken wir im Herbst aufrecht stehende, trockenhäutige, graubraune, fünfteilige Balgkapseln, die zahlreiche glatte, schwarze Samen enthalten. Diese Samen und auch die Blätter finden in der Volksheilkunde Verwendung, doch in frischem Zustand ist die Pflanze giftig! Große Wirkung wurde der Akelei in Liebesangelegenheiten und auf die Fruchtbarkeit nachgesagt. Spätestens seit der italienischen Renaissance erscheint sie als Fruchtbarkeitssymbol, aber auch gegen verzaubertes Vieh wurde sie angewandt. In der Volksmedizin wird aus den zerquetschten Samen ein Tee gekocht, den man als Gurgelwasser bei Halsentzündung und Mundfäule nutzen kann. Die Samen in Wein gekocht liefert gebärenden Frauen ein schmerzstillendes Mittel. Die Blätter in 3 Teile Wein & 1 Teil Wasser gekocht, gibt einen Reinigungstee bei Leberverstopfung, Mutterweh, Leibschmerzen und Gelbsucht.