Von Anfang April bis Ende Oktober kann das Museumsdorf täglich
besichtigt werden. Anmeldung und den Schlüssel zum Reinkommen gibt es in
der darunterliegenden Besuchergrube Herrenberg, wo man auch parken und
etwas essen kann. Dort kann man auch gleich die historische
Schiefergrube mit besichtigen. Durch handgepickelte Stollen aus dem
16.Jh., deren Anfänge sogar in Römerzeiten liegen, kann man, vorbei an
gigantischen Quarzader, die sich durch Schiefergestein schlängeln,
Tropfsteinen und goldglänzenden Pyriten, die unterirdische Welt des
Hahnenbachtals erkunden. Mit viel Glück findet man sogar Fossilien
verborgen im Schiefergestein.
Und wenn ihr schon mal da seid, macht's wie ich und wandert dort durch
die faszinierenden Wälder zur gegenüberliegenden Schmidtburg. Allein der Weg dahin ist herrlich. Vorbei an der Altburg versteckt
sich am hintersten rechten Eck des Höhenplateaus ein kleiner schmaler
Wanderpfad der steil ab den Berg hinunterführt. Links und
rechts von diesem Pfad findet man im Spätsommer Unmengen an Pilzen. Das
hat nichts mehr mit Pilze-suchen zu tun, das ist Ernten! Schlägt man
sich links durch's Gebüsch steht man bald an steilen Abhängen mit einem
atemberaubenden Ausblick. Der Pfad führt in einer Rechtskurve
den Berg hinab und führt bald auf dem blanken Schieferboden. Man erkennt
deutlich Wagenspuren eines uralten Hohlweges, die sich tief in den
Schiefer gegraben haben. Rechts in der Felswand sieht man
auch verstürzte Stolleneingänge, die nicht mehr wirklich zugänglich sind
außer für die zahlreichen Fledermäuse. Irgendwann erreicht man den
Hahnenbach im Tal über den eine wunderschön gebogene Brücke führt. Bei
heißem Wetter kann man herrlich in dem Bach herumplantschen und schöne
Schiefersteinchen sammeln, sogar einen kleinen Achatsplitter habe ich
darin gefunden. Über die Brücke führt der Weg den Berg wieder
hinauf zur Schmidtburg. Sie ist wirklich eine gigantische schöne Ruine.
Ihr Ursprung reicht weit bis ins Jahr 926 zurück als drei fränkische
Edle dort eine Fluchtburg vor den einfallenden Ungarn errichteten. Die
heute noch erhaltene Burg hat aber wohl nichts mit dieser Fluchtburg
gemein. Wahrscheinlich haben die Wildgrafen, deren Stammsitz Schmidtburg
erstmals 1084 erwähnt wurde, die Fluchtburg entweder umgebaut oder die
Schmidtburg auf deren Ruinen so errichtet. Die Wild- oder auch
Waldgrafen waren es auch, die um die Schmidtburg den Wald roden ließen
und so das Dorf Bundenbach entstand, das allerdings erst 1283 erstmals
urkundlich erwähnt wird. Die Schmidtburg gehört zu den ältesten Burgen
des Hunsrücks. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts waren es die
Pfadfinder, die als erste auf der Schmidtburg aufräumten. Zeitgleich mit
den Ausgrabungen im Keltendorf fanden auch auf der Schmidtburg erste
Sicherungsmaßnahmen statt und erneute Freilegungs- und
Sicherungsmaßnahmen dank der ABM in den 80er Jahren machten die
Schmidtburg heute wieder zugänglich.
Überall findet man jetzt Treppen, Erker, Mauern und Räume verteilt
auf mehreren Höhenplateaus und dazwischen überall Zelte.
Denn auf der Schmidtburg darf man zelten & Feuer machen, nachdem man sich
in der Gemeinde Schneppenbach dafür angemeldet hat.
Und gerade zum Keltenfestival nutzen das einige Besucher.
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