Besiedlung der Striegistäler in Sachsen
Durch zahlreiche Gräberfunde wurde nachgewießen, daß in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung im Gebiet zwischen Saale & Oder, dem jetzigen Sachsen, Germanen gewohnt haben. Leider ist aus dieser Zeit nicht viel weiteres bekannt, sicher dürfte nur sein, daß sie in der Zeit der Völkerwanderung westwärts gezogen sind und so Platz machten für die von Osten her nachdrängenden Wenden (Slawen). Diese besiedelten hauptsächlich die Flußtäler und das Flachland, was sich wohl auf ihre Hauptbeschäftigung, nämlich Ackerbau und Viehzucht, zurückführen lässt. Karl der Große läutete das Ende ihrer Ära ein, indem er sie in einer Schlacht niederwarf. Jedoch machten sich die Wenden nach dem Tode ihres Bezwingers vorerst wieder unabhängig. Aufgeschreckt durch ihre Niederlage stifteten sie an der Ostgrenze beständig Unruhe. Heinrich I. nahm sich ihrer an und bezwang sie nach einem viele Jahre dauernden blutigen Unterwerfungskrieg. Hernach wurden die eroberten Ländereien zum Deutschen Reiche geschlagen. Um das neue Land zu sichern errichtete Otto der Große unter anderem die Mark Meißen. Im Jahre 1089 verlieh der Kaiser Heinrich IV. dem Grafen Heinrich von Eilenburg aus dem Geschlechte der Wettiner und später an dessen Sohn Heinrich II. die Markgrafenwürde über die Mark Meißen. Die Wettiner stammten aus dem Raum zwischen Harz & Saale, wo sie auch mehrere Grafschaften besaßen. Ihr Geschlecht war eines der kämpferischsten unter den Feinden der Slawen. Sie waren von 1089 bis 1918 im Besitz der Mark Meißen und der daraus hervorgegangenen Ländereien. Besiedlung
Aus der Gegend zwischen Rochlitz & Döbeln, die schon besiedelt war, zogen die Neusiedler entlang der Flußläufe von Zschopau, Mulde und Striegis sowie entlang des Böhmischen Steiges, um sich in den Fluß- und Seitentälern niederzulassen. Der Lokator teilte dann jedem Siedler einen senkrecht zum Bachlauf stehenden Streifen, die sogenannte "Hufe" zu, wobei die Kirche und der Lokator üblicherweise zwei erhielten. Dann begann die eigentliche Arbeit. Am Wasserlauf wurde das Strauchwerk beseitigt, die Bäume mußten gerodet werden, Häuser mußten gebaut werden und für die Nahrung mußte auch gesorgt werden. Der Dorfweg wurde zumeist entlang des Baches angelegt. Wegen des ab und zu auftretenden Hochwassers baute man die Häuser so hoch wie möglich auf die jeweilige Hufe. Oft bekam die so entstandene Siedlung dann den Namen des Anführers, wie zum Beispiel Dittersbach nach Dytherichsbach - Dietrich benannt wurde. Der Lokator erhielt außerdem noch die Ehre der niederen Gerichtsbarkeit und des Schankrechtes. So entstanden nach und nach die Dörfer in der Gegend um Frankenberg - Freiberg, in dieser ganz speziellen Form, dem "Waldhufendorf", einer Kulturlandschaft in die der Mensch immer mehr eingriff und sie in das verwandelte, was wir heute sehen. Striegistaler Besiedlungszug
Ihr erreicht ihn unter der Anschrift Thomas Müller |